Dritte Woche ohne Social-Media: Freunde, Wattpad und Verzweiflung

Die vorletzte Woche ohne Social-Media ist vorbei und so langsam „fürchte“ ich die Rückkehr zu Twitter, Facebook und Co, denn die letzten Tage waren mit die intensivsten der gesamte Social-Media-Pause.

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Besonders meine Darmentzündung hat mir das Leben diese Woche hart gemacht. Trotz meiner Behandlung hatte diese sich stark verschlechtert und eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit rückte näher an ein mögliches Szenario des Lebens, als es mir und meiner Psyche gut tat. Der Mensch muss arbeiten, so dumm es auch klingt. Wenn er arbeitet, bekommt er Geld und wird für seine Tätigkeiten Wertgeschätzt. Wer zu lange vom ALG-II lebt, verliert, meiner Erfahrung nach, einfach an Würde. Es kann einen innerlich sogar brechen und das will ich nicht.

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Der Gedanke, dauerhaft arbeitsunfähig zu sein und sogar einen Pfleger für Dinge wie „Aufs Klo gehen“ oder „Aufstehen“ zu brauchen, war einer der Szenarien, die zwar vorkamen bei meiner Erkrankung aber die mir immer weit entfernt vorkamen. Und letzte Woche kam dieses Szenario so nahe, dass ich bei meinem Psychologen die Tatsache geäußert habe, dass so ein Pflegefall zu sein, das Szenario wäre, um Suizid zu begehen und DAS hat die Jugendhilfe vor allem auf den Plan gerufen.

Ich ging von einem Hausarzt zum anderen. Ging dann zu einem inneren Mediziner und dann von einem Proktologen zu einem anderen, bis ich im chirurgischen Zentrum landete und dort konnte man mir dann tatsächlich endlich helfen. Durch eine Medikation aus wirklich vielen Medikamenten, die quasi durch drei verschiedene Arten eingenommen werden mussten, hat sich meine Krankheit deutlich verbessert. Tatsächlich geht es mir physisch aktuell so gut, wie seit 4 Jahren nicht mehr.

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Psychisch war die Woche jedoch der reine Wahnsinn, also positiv gesehen. Aufgrund einer kleinen Feierlichkeit in der Maßnahme, gab es ein cooles Gruppenfoto in einem echt coolen Szenario und als ich das ausgedruckte Foto dann in meinen Händen hielt, wurde ich irgendwie total emotional. Ich sah das Foto und kannte jede Person auf dem Bild mit Vor- und Nachnamen, was sie mögen, was nicht, welche Probleme und welche Stärken sie haben, was sie gerne zocken, lesen, machen und habe auch außerhalb der Maßnahme Kontakt mit ihnen. Da wurde mir klar, wie schnell mir Menschen ans Herz wachsen können.

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Und plötzlich sind dir andere Menschen wichtig

Aufgrund meiner Krankheiten, spielte sich mein Sozial-Leben für eine sehr lange Zeit einzig und alleine im Internet ab. Daher war es auch kein Wunder, dass mir eine gewisse Fähigkeit in Sachen Empathie-Entwicklung so gut wie vollständig fehlte. Ich wusste, es gab andere Menschen und das Maximum an Empathie war eine Akzeptanz ihrer Existenz. Doch das hat sich innerhalb von 2 Monaten geändert und dieses Gefühl ist einfach großartig!

Man ist nicht der einzige, der Probleme hat und man kann mit jedem über alles sprechen. Und diese Erfahrungen werden mir auch im Social-Media-Bereich helfen, wo bei mir dieser mittlerweile ziemlich egal ist. Ich weiß, in jedem Twitter-Account steckt ein potenzieller Freund und daher stehe ich jedem Account auch mit viel mehr Respekt entgegen, doch am Ende ist eine Internet-Freundschaft nicht so viel Wert, wie eine echte Person, die du berühren kannst. Und das hilft mir dann dabei, Dinge im Internet auch NUR im Internet zu behalten. Wenn ich auf Twitter oder meinem Blog Scheiße abbekomme, ist es egal, denn ich bin sauber, sobald der Browser geschlossen ist.

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Natürlich gab es auch wieder einige Artikel auf meinem Blog, welche, natürlich, alle samt fantastisch waren!

Den Anfang macht eine Kolumne zur Literatur innerhalb der Jugend. Die Zahlen des Börsenvereins der Literatur zeigen, dass die Jugend immer weniger ließt. Generell brechen die Einnahmen in der Literatur immer weiter ein und ich habe versucht die Sicht der Jugendlichen so wiederzugeben, wie ich sie durch meine Erfahrungen in der Jugendhilfe aufgebaut habe. Das Thema sorgte für einige coole Diskussionen in den Kommentare und vergleichsweise wenig Bullshit-Kommentare, die ich entfernen musste.


Innerhalb dieser Diskussion kam es dann zum Thema des Lektorieren eines Buches und das unlektorierte Werke nicht verkauft werden „dürfen.“ Darauf aufbauend stellte ich in einer Kolumne die Frage, ob man also nur die Arbeit eines Lektoren verkauft und nicht die Geschichte. Daraus resultierte dann auch eine wunderbare Diskussion in den Kommentaren.


Und da die Gaming-Sektion meiner Website stark vernachlässigt wurde, habe ich mich einfach mal als Hideo Kojima-Fanboy geoutet und ihn als einer meiner Voribilder wie ein Priester lobpreist. Wer etwas mit der Metal Gear-Reihe anzufangen weiß oder zweifel an den künstlerischen Wert des Mediums Gaming hat, sollte sich den Artikel geben. Wie für einen Game-Artikel zu erwarten, hat er keine Kommentare und nur mäßige Aufrufe, aber er war mein Lieblingsartikel in dieser Woche.


Das Ende der Woche machte eine große Ankündigung zu „Weil du mir gut tust“. Meinen ersten Roman gibt es aktuell nicht mehr auf Amazon zu kaufen, sondern auf Wattpad zu lesen. Im Artikel erfahrt ihr dann auch wann es das Werk in der 3. Fassung wieder kommerziell zu erwerben gibt.

 

Das war es dann auch schon für diese Woche. Nächste Woche wird es wieder einiges tolles geben, hoffe ich!