Das Protagonisten-Prinzip für Nebencharaktere (+Videospiel-Ankündigung)

Eine Geschichte lebt von ihren Charakteren. Diese sind es, welche sich entwickeln und an denen man erkennt, wie weit eine Geschichte sich entwickelt und wie weit diese die Charaktere beeinflusst. Doch viele Leute haben Probleme eigene Charaktere zu erschaffen. Und ich möchte euch hier jetzt keine Allround-Lösung für dieses Problem liefern, sondern eine Möglichkeit eure Charaktere kennenzulernen.

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Für heute nehme ich einfach mal an, dass der Protagonist der Geschichte steht. Es geht in der Story um seine Entwicklung, daher ist er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der ausgearbeitetste Charakter von allen. Im Idealfall sind auch die Nebencharaktere so stark ausgearbeitet, wie der Protagonist, doch haben viele ein Problem diesen Detailgrad für mehrere Charaktere zu erschaffen und auch aufrechtzuerhalten. Und um diesem Problem entgegenzuwirken nutzen wir das Protagonisten-Prinzip: Wir machen einen Nebencharakter zum Protagonisten seiner eigenen Geschichte. Und genau das mache ich aktuell für meinen zweiten Roman „Believe in Heinous Deed„: Ich erschaffe neue Geschichten mit Nebencharakteren als Protagonisten.

Eine Geschichte kann über so viele verschiedene Arten und Medien vermittelt werden. Die einleuchtenste ist dabei natürlich der klassische Roman, so wie eben mein Hauptwerk Heinous Deed. Doch warum sollte ich einfach einen oder mehrere weitere Romane erschaffen, um dem Hauptwerk zu helfen? Denn, wenn man eine Geschichte erschaffen hat, in welchem ein Nebencharakter der Protagonist ist, erhält dieser deutlich mehr Beachtung und Ausarbeitung, was sich dann auch gut im Hauptwerk bemerken lässt. Ticks, Charaktereigenschaften und Wesenszüge, welche in einem Nebenprojekt erschaffen wurden, weil der Nebencharakter der Protagonist war/wird, lassen sich dann auch für das Hauptwerk übernehmen. Das Ergebnis: Detailliertere Charaktere für das Hauptwerk.

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Doch einen weiteren Roman zu erschaffen ist unfassbar viel Arbeit, die locker mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. Außerdem möchte ich mich weiterentwickeln, andere Medien kennenlernen also nutzte ich meine Chance und erschuf ein Begleit-Werk für „Believe in Heinous Deed“, welches ich jetzt ankündigen möchte.

Ankündigung

Ich LIEBE Videospiele. Sie sind das Medium, mit welchem ich am meisten Zeit verbracht habe und ein essenzieller Teil meines Lebens. Sie sind für mich das, was für viele Autoren Bücher sind. Ich mag Bücher, keine Frage, doch fühle ich mich im Gaming deutlich wohler. Bücher sind für mich der beste Weg, die Geschichten, die ich erzählen möchte, effektiv zu vermitteln. Doch gibt es auch andere Möglichkeiten eine Geschichte zu erzählen, wie eben im Gaming. Und meine größte Inspiration dafür ist das Videospiel „Firewatch

Firewatch

Firewatch ist ein Videospiel mit starkem Fokus auf die Geschichte. Es ist wenig actiongeladen, bietet kein ausgeklügeltes Rollenspiel-System oder der gleichen. Es hat nur seine Charaktere, seine Umgebung und seine Geschichte, die der Spieler aktiv miterlebt. Aktiv, das ist hier das Stichwort! Der größte Vorteil des Mediums Videospiel ist die Interaktivität des Konsumenten. Als Spieler habe ich auf ein gutes Videospiel mehr Einfluss als auf das beste Buch der Welt. In Firewatch kann ich selber entscheiden, was die Spielfigur zu einem Nebencharakter sagt. Damit kann ich die Beziehung der beiden Charaktere maßgeblich beeinflussen. Werden die Dialoge prickelnd-romantisch angehaucht? Ist der Spieler völlig desinteressiert an der Frau, die per Funk mit ihm als Brandschutz-Wächter in der Wildnis kommuniziert? Ist er vielleicht sogar genervt von ihr?

Dass ich als Spieler diesen Einfluss besitze macht das Medium Videospiel für mich über allen anderen Medien erhaben und daher arbeite ich ebenfalls an einem Videospiel, doch erwartet jetzt keine Triple-A Produktion, denn in seinen Grundzügen wird „Qeijot-Origins“ ein Text-Adventure. Ich verfasse Geschichten, in welche ihr eingreifen könnt, die ihr maßgeblich beeinflussen könnt. Es spielt im selben Universum wie „Weil du mir gut tust“ und „Believe in Heinous Deed“ doch rückt es Nebencharaktere aus Heinous Deed in den Fokus. Der Grund ist klar: Ich möchte weiter schreiben und gleichzeitig etwas für meinen zweiten Roman tun; Ich mache Nebencharaktere aus dem Buch zu Protagonisten im Videospiel.

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Doch wie gesagt: Erwartet keine Tripple-A Produktion. Es bietet weder 3D Grafiken, noch wirkliches Gameplay. Es ist eben eine „Nonlineare, interaktive Geschichte.“ Und wie das aussieht, seht ihr hier:

Screenshot

Das da oben ist eine Work-in-Progress Screenshot aus dem Spiel. Es ist, wie man unschwer erkennen kann, eben genau das: Eine nonlineare Geschichte, in der ihr als Leser/Spieler in die Handlung eingreifen könnt. Es ist wie ein Text-Adventure. Untermalt mit Musik, Bildern, aber ohne Rollenspiel-System, Inventar und der gleichen (Nach aktuellem Stand). Es ist eine Geschichte mit etwas mehr Aufwand und mehr Interaktivität als in einem Roman.

Doch um es gleich klar zustellen: Es ist ein BEGLEITWERK. Nach aktuellem, nicht finalem Plan, wird „Qeijot-Origins“ jeweils als episodisches Konzept veröffentlicht. Es wird mehrere Point-of-View-Charaktere geben, die im Buch „Belive in Heinous Deed“ eine wichtige Rolle spielen. Jeder dieser Charaktere erhält mehrere Episoden, welche die Hintergrundgeschichte ihrer Charaktere für den Roman beleuchten. Die einzelnen Character-Arcs werden als so genannte „Staffeln“, aus 3 bis 5 Episoden zusammengefasst. Es wird weder nötig sein, das Buch für das Spiel gelesen, noch das Spiel für das Buch gespielt zu haben. Beide Werke funktionieren unabhängig voneinander.

Und das beste: Das Game wird kostenfrei verfügbar sein und auf jedem halbwegs modernen Gerät mit Internet-Anbindung und Webbrowser funktionieren. Also PC, Tablet, Smartphone und vielen Geräten mehr. Wann die erste Episode erscheint, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Doch während der Roman in Bearbeitung ist, wird wenig Zeit für die Umsetzung der ausgearbeiteten Plots bleiben. Doch sobald der Roman an die Testleser geht, werde ich mich auf das Game stürzen.