Der Vergleich zwischen Buch, Film und Game

Dass ich Videospiele mehr mag als Bücher ist ja kein Geheimnis. Ich erwähne es relativ häufig und eigentlich wollte ich etwas neues auf meinem Blog probieren, doch bin ich gerade etwas im Stress, da ich bald meinen ersten Umzug angehen werde. Daher wird dies vermutlich der letzte Artikel für eine lange Zeit sein und daher ist er auch nicht gerade umfangreich. Ich möchte euch erklären, was mir Games geben, was Bücher nicht können.

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Als Erstes muss ich ganz klar sagen: Die miesesten Menschen, die ich je kennenlernen musste, stammen aus der Literatur. Mal sind es Autoren die so Mobbing-Angriffen ausrufen, mal Buchblogger, die 5 Reviews zu einem Buch schreiben, dass sie nie gelesen haben und Mal Leute, deren einziger Lebenssinn es zu sein scheint, mich zu stören. Ja, es hat oft einen Grund, dass es die Leute tun, aber aus meiner Sicht sind es trotzdem Arschlöcher.
Doch auch, wenn man die Menschen des jeweiligen Mediums außer Acht lässt bietet, vor allem das Medium Literatur, vergleichsweise Wenig für mich.

LiS
Zwei der besten Charaktere aller Zeiten, stammen aus Videospielen.

„Doch warum schreibst du dann Bücher, bruh?“, fragen sich sicher einige. Und ja, diese Frage stellt man mir, vor allem im echten Leben, oft. Die Antwort ist dabei stets die Selbe: Ich will gar keine Bücher schreiben, sondern Geschichten erzählen. Bücher sind dabei eben der passende Weg für mich, meine Fertigkeiten und finanziellen Mittel. Wenn ich die Fertigkeiten und die Mittel hätte, würde ich auch einen Film erstellen, doch habe ich eben nicht diese speziellen Fertigkeiten und diese Mittel. Also entschied ich mich für Bücher. Hier kann ich Geschichten frei erzählen, als Autor das ideale Medium, doch für mich als Konsument eben nicht.

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Bücher. Filme. Games. Drei Medien und für mich jeweils die Weiterenwticklung des vorherigen Mediums. Bücher bieten die Geschichte. Romane sind Geschichten in ihrer Reinform. Sie sind, aus Sicht des Konsumenten, in der dritten Person existent. Wir bekommen erzählt, was passiert, erleben dies aber nicht. Filme (Und/oder Serien) gehen einen Schritt weiter. Sie bieten nicht nur die Geschichte, sondern auch einen Sinneseindruck. Wir sehen, was passiert und beobachten die Geschichte. Diese existiert in der 2nd Person Perspektive. Und Games sind die vollkommenste Form der Kunst. Sie bieten die Geschichte. Sinneseindrücke und, was Games als Medium so einzigartig macht, Interaktivität.

In Videospielen steuern wir die Figur selbst und das Medium befindet sich in der 1st Person Perspektive. In Büchern hören wir vom Subjekt. In Filmen beobachten wir das Subjekt und in Games sind wir das Subjekt. Aus meiner Perspektive macht es keinen Sinn, als Buchleser nicht auch Videospiel-Fan zu sein (Gesundheitliche Faktoren etc. ausgenommen). Beide Medien bieten Geschichten, Games aber Geschichten zum selber erleben.

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Die Literatur verliert so langsam ihre Existenzberechtigung, fürchte ich, und das weiß sie auch. Es gibt nur noch wenige Geschichten, die nur als Buch funktionieren aber immer mehr Stories, die als Games funktionieren, siehe „Helldblade: Senuas Sacrafice“

Hellblade
Auch Ohne Geräuschkulisse eine intensive Szene. Es ist einfach Intensiver und das lässt sich auch nicht wegdiskutieren.

Auf Twitter und Facebook ist diese Erkenntnis am stärksten zu beobachten. Unzählige Leute posten schlecht aufgelöste Bilder mit schrecklich mies aussehenden „Knuddeligen Figuren“, oder semi-tiefsinnigen Sprüchen, die ihre „Liebe zur Literatur“ bekunden.

Ich bin nicht süchtig nach Büchern, wir sind in einer festen Beziehung

Kein anderes Medium hat diesen Zwang zur Selbstbestätigung so nötig, wie die Literatur. Weder zu Games, noch zu Serien oder Filmen fand ich je Tweets, die mich quasi dazu genötigt haben, die Liebe der jeweiligen Person zum Medium anzuerkennen. Und die ganzen „Bildergebnis für herzchen smiley auge“ die man dann unter diesem Tweet sieht, machen einen dann irgendwie nur noch trauriger.

Dieser Zwang zur Bekundung der Liebe zur Literatur ist selbst für Sozialkompetenz-Nulpen wie mich ganz klar als Selbstschutz erkennbar, zumindest von denen, die Bücher lieben und Games verteufeln. Sie haben einen Großteil ihres Lebens damit verbracht, Bücher lieben zu lernen. Die Gründe zur Liebe sind einfach: Flucht. Mit Büchern und ihren Geschichten kann man den Problemen im echten Leben sehr gut entfliehen. Doch Games können das auch, nur eben viel besser.

Geschichten leben durch die Dinge, die die Charaktere erleben. Doch in Games erlebt der Konsument selbst die Geschichte und das macht die Geschichten intensiver und emotionaler. Das Wissen, dass es ein Medium gibt, das die Dinge, die man an einem Buch so sehr liebt, besser macht, tut weh. Und zwar so richtig. Man stellt sich unbewusst die Frage: Warum lese ich Bücher, wo es Games gibt, wo ich die Geschichten schlicht besser erleben kann? Und diese Frage ist gekoppelt mit der Erkenntnis, dass man einen Fehler gemacht hat und holy shit! Ist der Mensch unfähig eigene Fehler anzuerkennen.

Ich mag Games zwar mehr als Bücher, doch finde sowohl an Games, als auch Büchern und Filmen und Musik meine Freude. Diese „Eiserne-Generation“ der Leute, die sich nicht mal im Ansatz den neuen Medien zu öffnen wagt kann die Faszination hinter dem Vorteil der Interaktivität von Games nicht verstehen, was furchtbar Schade ist, denn auch sie könnte von Games als Medium profitieren, wenn sie nicht so beschränkt wär.