Wie ich zum Schreiben kam

Ich las heute einen Artikel zum Thema Marketing für Autoren von Annika Bühnemann. Dort ging es um die Frage, wie man als Autor zum Schreiben kam und wie wichtig dies für das Marketing sei, also möchte ich mir die Zeit nehmen und euch meine recht umfangreiche Geschichte erzählen, wie ich Autor geworden bin!

Die Ausgangssituation

Es ist das Jahr 2010. Bethesda Softworks kündigte auf den Videogame Awards den 5. Teil der „The Elder Scrolls“ Reihe, Skyrim, an und ich war völlig im Hype. Ich liebte die Elder Scrolls Reihe und war natürlich unfassbar froh, als der 5. Teil angekündigt wurde.

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The Elder Scrolls V: Skyrim

In dieser Zeit begann ich damit, mich mit der Lore dieses fiktiven Universums auseinanderzusetzen, also der Hintergrundgeschichte. Schnell wurde ich auf die Arbeiten des Autoren Michael Kirkbride aufmerksam, der mit die interessantesten Teile der Lore erschuf. Sein größtes und bedeutendstes Werk sind die 36 Lehren des Vivec, welche den Weg eines Gottes zur Erleuchtung aufzeigten. Diese In-Game Bücher sind das bislang komplexeste Werk, dass ich jemals gelesen habe und bis heute rätselt die gesamte Community der Spielreihe über die Interpretationen einzelner Passagen aus dem Werk. Als ich die Lehren gelesen habe und einige Erläuterungen dazu las, wusste ich: So eine interessante Lore möchte ich auch verfassen und begann damit, so genannte „Apocryphas“ zu schreiben, also Fanfictions, die Aspekte der Lore erweitern oder erläutern.

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C0DA

 

Ich habe unfassbar viel Zeit und Energie in das verfassen von Apocryphas gesteckt. Ich verfasste dutzende Texte, erstellte einen eigenen Blog für diese Texte und setzte mich sogar an Übersetzungen von englischen Apocryphas. Ich hatte mir sogar einen gewissen Ruf in der deutschsprachigen Elder Scrolls Community aufgebaut. Den höhepunkt erreichte ich mit „C0DA“, einem Konzept von Michael Kirkbride, dass die Fan-Fiction Welt verändern sollte und damit die Elder Scrolls Fan-Fiction über die Fanarbeiten jedes anderen Fandoms hob. Das Konzept war recht kompliziert: Man musste die Hauptaspekte der Lore, die Prämisse, erkennen und diese in ein neues Szenario stecken. Kirkbride packte die Elder Scrolls Prämisse in ein Dune-Ähnliches Science-Fantasy-Gewand und rief andere Autoren dazu auf, ebenfalls ein C0DA zu verfassen und genau das tat ich!

Von C0DA zu Lyr

Als ich begann mein eigenes C0DA zu verfassen, war ich ein Anime-Fan, was ich mittlerweile nicht mehr bin. Damals liebte ich Naruto und ließ mich für mein C0DA von der Serie inspirieren. Ich wollte westliche Fantasy mit asiatische Mythologie und eine Jutsu-Ähnliche Verwendung der Magie erschaffen. Ich habe so unglaublich viel Zeit darin gesteckt, dass ich auch dafür einen Blog erstellt hatte. Doch nach fast 9 Monaten der Arbeit wurde mir eines klar: Das ist einfach zu viel Arbeit für eine Fan-Fiction und so machte ich meine C0DA souverän, ich machte C0DA zu meinem aller ersten Romanprojekt: Lyr.
Am Ende wurde daraus eine kostenlose Novelle, die es zwar nicht mehr gibt, aber die mir zeigte, dass ich durchaus auch schreiben kann. Und es gab viele Dinge, die mich an der Elder Scrolls Lore störten und die ich, meiner Einschätzung nach, besser machen konnte, also entwarf ich eine eigene Fantasy-Welt, die ich über ein Jahr lang pflegte.

Ebook-Cover

Doch etwas stimmte nicht. Anders als ich erwartet hatte, hat mir das Erschaffen einer rechen Fantasywelt nicht den meisten Spaß gemacht. Den meisten Reiz übten die Charaktere in mir aus. Wie sie sich entwickelt hatten, wie sie miteinander interagierten und wie sie sich schließlich verliebten, das war das beste an meiner Arbeit. Ich hatte mehr Spaß an der Romantik, als an der Fantasy. Also zog ich eine Konsequenz daraus.
Ich beendete Lyr und machte mich auf mein bislang größtes Abenteuer gefasst: Weil du mir gut tust.
Ich setzte mich an meinen ersten kommerziellen Roman und dieser konnte von Fantasy nicht weiter entfernt sein. Es war ein, in Amerika angesiedelter Coming-of-Age Roman mit starkem Fokus auf Romantik. Und es war fantastisch! Es war der größte Spaß, den ich je in meine, Leben hatte und zeigte mir, dass ich in diesem Genre beheimatet bin.

Das Ende

Und hier bin ich nun! David Schwamborn, der Jugend- und Liebesroman. Ich habe einen veröffentlichten Roman, der zweite ist bereits beim Lektor und wird voraussichtlich dieses Jahr erscheinen. Das ist mein Weg als Autor.