[ReUpload] Wie man gute Rezensionen schreibt

Ich schreibe, seit dem Start dieses Blogs Testberichte zu Games, Serien und Bücher. Und ich habe in der ersten Review, die ich je geschrieben habe (Und die es hier nicht mehr zu lesen gibt), eine Zahlenbewertung am Ende abgegeben. Eine „4/5“, doch dieser Fehler wird mir nicht mehr passieren!

Einen Test zu einem Produkt, wie einem Buch, einer Serie oder einem Game zu schreiben, ist wirklich viel Arbeit. Im Idealfall macht man sich beim konsumieren des zutestenden Produktes Notizen und achtet auf jedes noch so kleine Element, dass das Produkt gut oder nicht so gut einsetzt.
Am Ende bringt man die Notizen zusammen, schreibt eine Review und gibt seine Meinung zum Produkt ab. Man zählt die negativen Punkte auf und erklärt, warum man sie negativ empfand. Das gleiche tut man auch mit den positiven Aspekten. Man gibt also seine fundierte Meinung zu einem Produkt ab, aber auf professionelle Art und Weise. Und Zahlenbewertungen am Ende einer Review, bzw. jede Form der Endnote, seien es Sterne, Zahlen oder Wörter wie „Gut“ und „Sehr Gut“ sind eine Beleidigung für diese Kunstform.

Ich gebe mir wirklich Mühe mit den Tests, doch die meisten Leser scrollen einfach zum Ende eines Tests und lesen sich die Note durch. Der restliche Test wird, wenn überhaupt, nur überflogen. Dabei ist eine Endnote einfach kein guter Weg um ein Produkt zu bewerten.
Viele denken, eine Review muss so nüchtern und objektiv wie möglich sein, aber das stimmt faktisch nicht. Würde ich eine völlig objektive Bewertung zur Serie Brooklyn Nine-Nine verfassen, dürfte ich einfach nur Fakten aufzählen. Denn wie gut der Humor in der Comedy-Serie ist und wie gut die Schauspieler wirken, lässt sich nicht faktisch belegen. Ich kann nur sagen, wie MIR der Humor gefiel. Wie MIR die Schauspieler gefallen haben. Und wenn ich das alles in eine Note zusammenfasse, ist am Ende der Leser der gearschte, wenn er sich nur die Endnote gibt, denn er weiß dadurch ja nicht, wieso mir der Humor so gefiel.

Was ist, wenn der Humor total pubertär ist, ich das liebe, aber der Leser nicht?
Der Leser muss die komplette Review lesen um zu erkennen, was mir sauer aufgestoßen ist und was mir gut gefiel, aber vor allem muss er lesen WARUM es mir gefiel. Meine Aufgabe als Rezensent ist es wiederum zu beleuchten, warum mir der Humor gefiel: Weil ich auf pubertären Humor abfahre. Wenn der Leser das liest und mit solch stumpfsinnigem Humor nichts anzufangen weiß, hilft ihm auch eine 4/5 am Ende des Textes nicht, denn er würde der Serie vielleicht nur eine 2/5 geben, eben weil er den Humor grässlich findet.

Daher machen Endnoten einfach keinen Sinn. Sie machen nur dann Sinn, wenn jeder Leser euch kennt. Wenn er weiß, wie ihr tickt, welchen Humor ihr bevorzugt und was eure Präferenzen sind, dann kann er mit einer „4/5“ auch etwas anfangen, aber die Leser kennen euch halt nur oberflächlich. Der Leser muss quasi dazu genötigt werden, sich den gesamten Test durchzulesen, denn nur so kann er sich sicher sein, dass ihm das Produkt auch gefällt oder nicht gefällt. Wenn ich ihm eine Endnote davorsetze, verleihte ich ihn ja förmlich dazu, meine hart erarbeitete Review zu überfliegen. Und das wäre einfach nur traurig.

Und das ist der Grund, warum es bei mir und meinen Reviews keine Endnote mehr geben wird, denn es ist der einzig richtige Weg.