Von Kritik, Hass und Dummheit

Ja, moin. Das heutige Thema ist wohl ein sehr spezielles. Während sich viele Autoren-Blogs vor allem mit dem Schreiben an sich, bis hin zur Veröffentlichung beschäftigen, werfen wir heute einen Blick auf eine der Ur-Ängste jedes Schaffenden: Was ist, wenn dein Werk so schlecht ankommt, dass ihr sogar Hater bekommt?

Die erste „Kritik“

Mein erster Roman „Weil du mir gut tust“ kam gemischt an. Dabei meine ich nicht, dass die meisten es nur „Okay“ finden. Nein, die einen haben mein Buch gehasst, die anderen geliebt. Es ist ein Werk der Extreme. Die ersten Resonanzen, die bei mir ankamen, waren dabei die negativen. Zuerst las ich eine „Rezension“ von Maria Schönberg, einer semiprofessionellen Bloggerin, welche von sich selbst behauptet:

Eine Rezension einer Fantasy-Bloggerin über einen Jugendroman in den USA. Spätestens bei der Überschrift wird klar, da stimmt was nicht:

Mh. „Achtung! Veriss!“ feinste Bild-Zeitungsqualität hier.

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass diese Rezension ein kleiner Schock war. Niemand erwartet, dass Leute dein eigenes Buch so sehr „hassen“, dass sie sogar zählen, wie oft bestimmte Wörter im Buch aufkommen, um dem Autoren daraus einen Strick zu drehen. Es gab noch andere negative Rezensionen, die ich mir durchgelesen habe.
Die zweite „Üble“ Resonanz kam von Manuela Nuttli. Doch dabei geht es nicht um eine Rezension, sondern um andere Artikel von ihr. So schrieb sie in einem Artikel über das Lesen von schlechten Büchern:

Das ist wohl auch eine Form der Motivation …

Sie schrieb sogar einen „offenen Brief“ an mich aus meiner „üblen Zeit.“ Das alles war natürlich alles andere als das, was ich erwartet habe, doch habe ich gelernt damit umzugehen.

Die Differenzierung

Solltet ihr tatsächlich in die Verlegenheit geraten und selbst äußerst negative „Kritik“ einfahren, so ist der wichtigste Tipp, den ich euch geben kann, die jeweiligen „Kritiken“ zu differenzieren. Schaut euch erst einmal an, wer euch kritisiert hat, denn zwar hat jeder Mensch seine eigene Meinung, nur hat diese ein individuelles Gewicht, wie im oberen Beispiel auch gut zu sehen ist:
Wie wichtig ist es euch als Autor von Jugendromanen, dass Fantasy-Fans damit nichts anfangen können? In so gut wie jedem Schreibratgeber steht vor allem eines drin: Findet eure Zielgruppe! Ist es schlimm, einen Liebesroman zu schreiben, den Horror-Fans nicht mögen? Nein.

„Differenziert“

Es lohnt sich auch, noch ein wenig tiefer in die Person des „Kritikers“ zu schauen. Auf den Blog meiner beiden Beispiele gibt es einige Artikel, die mich zum Teil oder sogar vollständig thematisieren.
Schaut euch euren „Kritiker“ an und überlegt, inwiefern diese schon mit euch interagiert haben. Wer mehrere Artikel über einen Autoren verfasst, denn man eigentlich nicht ausstehen kann (Was ich nicht verübeln kann, denn sie lernten mich in meiner „üblen Zeit“ kennen), dann besteht eine gewisse Besessenheit. Es sind Hater/Trolle. Diesen Fakt muss man sich immer wieder in den Geist rufen.

Das Entgegenwirken

Zu erkennen, wer das eigene Werk hasst, ist das eine. Doch sollte man auch dagegen vorgehen, denn niemand möchte sein Buch Freunden präsentieren, nur um dann dutzende 1*-Bewertungen zu sehen. Die größte Hilfe, die man dafür finden kann, sind Buch-Blogger. Das sind Blogger, die vor allem Bücher lesen und Rezensieren. Das sind fremde Personen, die von euch euer Buch bekommen, es lesen und ihre unverfälschte Meinung dazu abgeben.
Dabei ist es wichtig, auf seriöse Buchblogger zuzugehen. In den sozialen Medien häufen sich die Berichte über „Push-to-Push“ Angebote. Also dass sich zwei Autoren gegenseitig positive Rezensionen zuschieben, um sich zu „pushen“. Das ist weder professionell, noch bringt das was, sobald das rauskommt.

Es ist wichtig, dass ihr euch höflich bei einem Blogge bewerbt und ihm das Buch (natürlich kostenfrei!) zur Verfügung stellt. Er wird euer Buch dann so bewerten, wie es ein Leser tun würde. Wenn dieser euer Werk dann auch kritisiert habt ihr wenigstens ehrliches Feedback in einem angemessenen Ton. Viele Blogger schreiben euch sogar an, wenn sie ein großes Problem mit dem Buch haben. Das ist die größte Hilfe, die ich euch auf dem Weg geben kann, wenn es um Kritik, Hass und Dummheit geht.