Die Schreibmusik

Wer Schreibt hört dabei oft Musik. Diese unterstützt den kreativen Prozess und filtert Nebengeräusche effektiv aus. Doch eignet sich nicht jede Musik für das Schreiben, da es viel Konzentration bedarf. Heute möchte ich euch aufzeigen, was eine gute Schreibmusik ausmacht und welche ich euch empfehlen kann.

Wer mit dem Schreiben beginnt, denkt an vieles, und an genau so vieles macht er sich keine Gedanken. Wir wissen vielleicht, wie wir eine Geschichte strukturieren, aber nicht, dass uns jedes unerwartete Geräusch aus der Konzentration des Schreibens bringen kann. Da eignet sich Musik ideal, um nicht nur die Konzentration aufrechtzuerhalten, sondern auch um eine Atmosphäre zu erschaffen, die dem Schreiben dienlich ist. Doch was macht eine gute Schreibmusik aus?

Warum manche Musik beim Schreiben stört

Wenn ihr schon mal versucht habt, zu schreiben, während eure Lieblingsmusik läuft, werdet ihr es vielleicht bemerkt haben: Es lenkt viel zu sehr ab, um euch wirklich beim Schreiben zu unterstützen. Das liegt an vor allem 2 Faktoren:

  • Emotionale Verbindung
  • Stimmen im Song

Ersteres bedeutet, dass ihr gewisse Emotionen mit den gerade spielenden Song verknüpft habt, oft unbewusst. Diese werden kommen wieder hoch, sobald der Song gespielt wird und wenn die Emotion, die mit dem Song verknüpft ist, nicht zu eurem Buch oder der Szene passen, empfinden wir es als störend.

Das zweite sind die Stimmen, der Gesang im Stück. Oft wird Gesang in Musik als zentrales Element, den übrigen Elementen vorangestellt. Das ist auch logisch, denn Stimmen sind einzigartiger, als Instrumente es je sein können und sind oft das Aushängeschild von Bands. Das liegt auch daran, dass Stimmen für uns Menschen immer herausstechen. Wir können Stimmen selbst unter lautesten Geräuschen identifizieren. Auch das lenkt dann ab.

Was gute Schreibmusik ausmacht und meine Empfehlung

Gute Schreibmusik muss also vor allem zur jeweiligen Situation im Buch passen und kaum bis keine Stimmen einsetzen, da diese ablenkend sind. Natürlich gibt es aber auch zum Schrieben viele Musikempfehlungen. Eine ganze Zeit lang hörte ich Filmmusik, doch sobald ein Stück in die Playlist rutschte, dessen Film ich sehr gerne gesehen habe, wurde ich wieder aus der Konzentration gerissen. Das ist ein Risiko bei Filmmusik, wenn man die Filme gesehen hat.

Trotz all der Dinge, die wichtig für Schreibmusik sind, habe ich mir die Mühe gemacht und euch einige Interpreten und Alben auf Spotify zusammengesucht, die sich zum Schrieben eigenen:

Hammock ist quasi der Hauptgewinn für jeden Schreibenden. Die Musik ist ruhig, aber auch intensiv genug, um nicht in den Hintergrund zu geraten und die Kreativität so zu unterstützen.
Die Musik ist eher dem Ambient- und Indie-Genre zuzuordnen. Ruhige Gitarrenklänge gepaart mit Atmosphären-Klängen und sanfte, gezielt eingesetzte Stimmen runden das Gesamtbild ab. Hammock zeichnet sich sogar für die Musik von Far Cry 5 verantwortlich und die Musik ist für nahe zu jedes Genre, abseits von Splatter und Horror, zu gebrauchen.

Bohren und der Club of Gore ist die wohl mit Abstand ruhigste Musik in dieser Liste. „Sie grenzt an die Geräuschlosigkeit“, schreibt ein Kritiker auf Spotify. Die Musik von Bohren ist wohl am ehesten als „Urbaner Ambient-Jazz“ zu beschreiben.
Ruhige, sanfte Klänge, die durch Saxofone und typischen Jazz-Instrumenten die Atmosphäre eines Noire-Filmes perfekt abbilden. Hier ist jeder Einsatz von Instrumenten und jeder Ton penibel strukturiert und gewählt worden. Diese Musik dringt fast vollständig in den Hintergrund und vereint sich beinahe mit dem eigenen Herzschlag, während man im Schreiben versinkt. Ideal für Thriller, Krimi und düstere Geschichten geeignet.

Moby ist einer der wandlungsfähigsten Künstler aller Zeiten. Als Techno-Inkone in der breiten Masse angekommen, veränderte er seinen Stil über die Jahre auf unterschiedlichste Art und Weise. Diese Wandlungen machen es jedoch unmöglich, ihn als Künstler zu empfehlen, da jedes Album völlig anders klingt. Doch sein Album „Innocents“ taugt für das Schreiben.
Trotz des Einsatz von Vocals, schaffen es die Songs aus dem Album, die Konzentration nicht zu unterbrechen, da die Stimmen dort wie ein Instrument genutzt werden. Repetitive, strukturierte Sätze in ähnlicher Abfolge, ohne Überraschungen. Es verschmilzt perfekt mit der Musik im übrigen Album. Geeignet, je nach Song, für jedes Genre.

Daugther ist eine Techno-Ambient Band, die sich vor allem auf Atmosphäre fokussiert hat. Ihre Musik ist ruhig, aber mit aggressivem Unterton und leicht verständlichen Texten, welche die Konzentration nicht mindern.
Besondere Aufmerksamkeit erlangten die Künstler mit ihrem Soundtrack zu „Life is Strange: Before the Storm“, in welchem sie die Zerrissenheit der Charaktere sehr gut widergespiegelt haben. Die Musik eignet sich vor allem für Jugendromane und Coming-of-Age Werke aller Art, da sie dort Themen der Pubertät, wie Liebe, Kein-Bock-Phasen und der gleichen thematisieren.

Zum Abschluss dieses Artikels möchte ich nun auch den Sci-Fi Autoren unter euch drei Künstler ans Herz legen. Während Carpenter Brut sehr harte, ausgefallene Musik für eher dystopische Science-Fiction produziert, ist Gunship für klassische Sci-Fi ideal. Hellere Atmosphäre und sanftere Töne. Dance with the Dead geht da eher in die gothischere Richtung. Düster und etwas melancholischer.
Diese drei Künstler eigenen sich für fast jede Unterkategorie der Science-Fiction und daher können sie auch gemeinsam eine großartige Schreib-Playlist dominieren.