[Video] Alan Wake – Eine Verbeugung vor dem Autorentum

Heute habe ich das zweite Video für euch. Dieses Mal geht es um das Videospiel „Alan Wake“ und seine unzähligen Hommagen an das Autor-Sein. Und für alle, die keine Lust auf ein Video haben, findet ihr unten das Skript des Videos zum lesen!

Das Skript

Heute geht es um das Videospiel Alan Wake vom Entwickler Remedy, das eine Verbeugung des Autorentums und eine Ode an Twin Peaks … und der Twilight-Zone ist.

Beim letzten Video konzentrierte ich mich auf ein eher japanisches Story-Telling mit vielen verschiedenen Endings und Storysträngen. Als Kontrast habe ich heute ein durch und durch westliches Story-Telling, denn Alan Wake inszeniert sich nicht nur als etwas unsolider Third-Person Shooter, sondern auch als Mysterie-Serie im Stile von Twin-Peaks und der Twilight-Zone.

Wir spielen den, in einer Schreibblockade befindlichen Autoren Alan Wake, der mit seiner Frau in der Stadt Bright Falls Urlaub macht. Doch wie es für eine Mysterie-Serie gehört, verschwindet seine Frau, Alan verliert sein Gedächtnis und wir suchen uns nun Hilfe, um die Frau wiederzufinden.

Dabei ist das eigentliche Gameplay, vor allem für ein Videospiel, nicht sehr besonders. Unsere Gegner sind von „Der Dunkelheit“ übernommene Bewohner der inzestuös wirkenden Kleinstadt und müssen erst mit Licht aus unserer Taschenlampe von der Dunkelheit befreit werden, bevor wir sie erschießen können.

Munition gibt es teilweise echt nicht viel im Spiel und so ist es, vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden, oft ratsam, lieber zu fliehen und sich unter einer Laterne zu verstecken, statt einen offenen Kampf zu riskieren.

Doch für mich war nie das Gameplay der ausschlaggebende Punkt für Alan Wake. Ich liebe das Spiel, vor allem für seine Geschichte. Als ich mir 2012 das Spiel gekauft habe, hatte ich mit dem Schreiben nicht viel am Hut. Doch mittlerweile bin ich veröffentlichter Autor und kann mich mit Alans Problemen beim Schreiben identifizieren.

Das Game spielt mit der Thematik des Autoren-Seins, wie kein zweites Game. Alan ist Schriftsteller. Sein Job erfordert es zum Großteil zu sitzen und daher kann er, anders als in anderen Thirdperson-Shootern, nicht unendlich lang Sprinten. Nach gefühlten 20 Metern macht der Mann schlapp und muss wieder normal gehen.

Und während wir unter schwerster Atemnot nach Luft ringen, finden wir, in den Leveln verteilt, Manuskriptseiten, die sogar in richtiger Normseite geschrieben zu sein scheinen. Diese Seiten erzählen eine Geschichte, die Alan geschrieben hat, an die er sich aber nicht erinnern kann. Und wie es der Zufall so will, erzählen die gefundenen Seiten die Handlung des Spiels, so, dass wir gelegentlich über zukünftige Ereignisse gespoilert werden.

Und selbst die Sammel-Gegenstände sind eine Hommage an Autoren: Kaffekannen.

Alan Wake befasst sich mit den essenziellen Ängsten von Autoren: der Schreibblockade. Hier muss Alan sie zwanghaft überwinden, um seine Frau zu retten. Jeder, der so eine Blockade schon ein mal erlebt hat, wird wissen, wie schwer sie zu überwinden ist.

Und neben der umfangreichen Hommagen an das Schreibhandwerk, gibt es noch viel Inspiration aus Mysterie-Serien. So wird das Spiel in „Episoden“ gespielt. Jede Episode fängt mit einer Rückblende an und endet mit einer Vorschau auf die nächsten Ereignisse.

Ich habe Alan Wake damals als Spieler lieben gelernt, weil mich die Geschichte so interessierte und die Atmosphäre begeisterte. Und heute respektiere ich Alan Wake vor allem als Schriftsteller und ziehe meine Hut vor dem Talent von Remedy.