Triggerwarnungen in meinen Büchern

Heute geht es hier um ein Thema, das oft diskutiert wird. Vor allem in den sozialen Medien: Triggerwarnungen. In früheren Artikeln auf diesem Blog und in Posts auf Twitter habe ich meine Bedenken bezüglich einer Inhaltsangabe vor jedem Kapitel geäußert. Ich wollte aufgrund einer geringen Anzahl von Menschen nicht, dass alle anderen aus Versehen über Inhalte erfahren, die sie im Buch noch erwartet, doch hat sich meine Meinung dazu geändert.

Mich störte an Warnungen zu Triggern immer, dass ich mich durch, vor allem Twitter, dazu genötigt fühle, Ansprüchen zu genügen, denen ich so nie zugestimmt hatte. In Foren werden Autoren sogar ihres »Autoren-Daseins« und ihres »Respektes« entledigt, wenn sie keine Triggerwarnungen nutzen. Dieses Verhalten ist noch immer widerwärtig und absolut verachtenswert, dazu stehe ich bis heute. Jeder Autor hat das Recht, zu entscheiden, was in dem eigenen Buch für »Formalitäten« (Keine Inhalte!) enthalten sind. Und kein Mensch hat das Recht, bestimmte Formalitäten, außerhalb des Gesetzes, zu verlangen und diese zur Not durch Beleidigungen, Entmenschlichungen und psychischen Druck durch eine breite Masse an Menschen einzufordern. Das ist ein ekelhaftes Verhalten und sollte von niemandem hingenommen werden. Triggerwarnungen sind optional. Ob es Leuten gefällt oder nicht.

Auf Twitter fand ich eine ziemlich schöne Art, um Triggerwarnungen einzufügen: Einen QR-Code. Wer das Buch in die Hand nimmt, kann den Code einscannen und bekommt auf einer Website angezeigt, welche Trigger im Buch enthalten sind. Dadurch, dass meine beiden Romane Jugendbücher mit Fokus auf Jugendproblemen sind, war ich dem Konzept der Warnungen nie abgeneigt. Wenn ich ein Buch über harte Jugendprobleme schreibe, sollte ich auch für diejenigen eine Warnung hinterlassen, die sich mit solchen Problemen tatsächlich konfrontiert sahen. Doch wollte ich nicht vor jedem Kapitel eine Warnung schreiben, also übernahm ich die QR-Code-Idee ein wenig.

Ich habe leider das Problem, dass ich, aufgrund meines kaputt gegangenen Laptops keinen zugriff mehr auf meine Cover-Rohdateien. Daher entschied ich mich für eine Zeile auf den ersten Seiten, auf welcher steht: »Angabe zu Trigger-Warnungen finden Sie unter http://bit.ly/trigger-warnungen« Und da hätten wir es! Unter http://bit.ly/trigger-warnungen kommt ihr auf eine Seite auf meiner Website, die aufzählt, welche Trigger in welchem meiner Bücher vorkommen. Mit jedem weiteren Buch werden weitere Warnungen eingetragen. Zudem ist geplant, dass in späteren Büchern ein QR-Code neben dem link kommt, der entweder auf der Rückseite oder auf der ersten Seite steht und für jeden Eingescannt werden kann.

Das Problem ist natürlich, dass meine Bücher nicht im stationären Handel liegen. Wie das Einscannen von R-Codes auf einem Bildschirm funktioniert und ob Amazon solche Codes überhaupt unterstützt, weiß ich bislang nicht. Im Fall der Fälle gibt es weiterhin den Satz vor dem Buch, sodass man sich auch außerhalb des Buches über Trigger informieren kann. Sollte jemand andere Trigger finden, kann er sie mir über die Kommentare gerne zukommen lassen.