Lyr versus Roman 3 – Setting versus Geschichte

Wie hoffentlich bekannt, wird mein dritter Roman eine Fantasy-Geschichte sein. Und wer mich schon länger verfolgt, wird wissen, dass es nicht mein erster Schritt in der Fantasyist. Heute möchte ich mal schauen, was aus meinem alten »Lyr« geworden ist und wo die Unterschiede zu meinem jetzigen Projekt liegen.

 

Morrowind

Wer erinnern uns: 2013-2015. Die The Elder Scrolls Marke veröffentlicht ein ziemlich mieses MMO und aufgrund der offensichtlichen Verwässerung des Settings, flüchte ich mich als kleiner Fanboy-Bub auf Suche nach Tiefgang im Setting in die Obscure-Lore von Elder Scrolls. Meist geschrieben von Autoren oder ehemaligen Autoren der Elder Scrolls Reihe, bieten diese texte unbekannte und faszinierende Blicke auf das Setting der Elder Scrolls Reihe.
Ich selber beginne bald so genante »Apokryphas« zu schrieben. Also Fan-Texte, die bestimmte Aspekte der Hintergrundgeschichte beleuchten und thematisieren. Diese Texte kommen gut an und ich überlege mir, ein »C0DA« zu machen. Eine Neuinterpretation der Elder Scrolls Geschichte in einem neuen Setting. Hierfür wird der Hauptkonflikt, das Numidium, als zentraler Verbindungspunkt genommen und darauf aufgebaut.

Nach Monaten des Erschaffens wurde mein C0DA so umfangreich,d ass ich es nicht ertragen konnte, es als eine »Bessere Fan-Fiction« in einem Wiki versauern zu sehen. Also nahm ich mein C0DA und formte es zu einem eigenständigen Universum um. Dem »Lyr-Projekt«. Als es dann fertig war und ich es den Testlesern gab wurde es ziemlich verrissen. Ich merkte, dass mir noch das Können für so ein großes Projekt fehlte, also suchte ich mir was anderes.
Nun, drei Jahre später und mit zwei veröffentlichten Romanen habe ich meinen Wunsch auf Fantasy neu entfacht und mich wieder ran gesetzt, aber mit einem neuen Universum. Für mich kam schnell die Frage auf, woran es gelegen hat, das Lyr so schlecht ankam. Doch ich hatte keine Antwort und machte mich ans Plottend er Geschichte. Und dann fiel es mir auf:

Fantasy vs Story

Lyr ging ich damals völlig falsch an. Ich erschuf zunächst das Setting, mit ihren Städten, Fraktionen, Kulturen, Völkern und was nicht sonst noch alles. Dann schaute ich, was man für eine Geschichte mit eben jenen von mir erschaffenen Vorgaben machen könnte. Dadurch war ich in dem Erstellen der Story recht eingeschränkt. Alles musste irgendwie zu dem Setting passen und wenn nicht, wurde es rausgeschmissen. Damals sah ich das Buch nur als eine Art, die Welt hinter Lyr zu präsentieren und nicht eine Geschichte zu erzählen.
Mittlerweile sehe ich das vollkommen anders. Der große Vorteil von Büchern ist das erzählen von Geschichten. Man kann so gut wie alles mit Büchern darstellen, das der Geist des Lesers die Bilder erstellt. Bücher eignen sich natürlich auch für das Erschaffen von Settings, doch bei mir funktioniert es am besten, wenn das nicht der Fokus ist.

Doch wie schreibe ich dann meinen dritten Roman? Im Grunde erschaffe ich zu erst den Plot. Wie ich den mache, erzähle ich euch gerne nächste Woche! Doch grob zusammengefasst, erschaffe ich eine Handlung. Während dieser Handlung betreibe ich zu nächst nur grundlegendes World-Building. Nur das aller, aller, aller nötigste. Während des Schriebens mache ich notizen über Szenen, wo sich mehr World-Building eignen würden.
Denn man muss ganz klar wissen, dass Fantasy-Leser mehr World-Building akzeptieren, als zum Beispiel Liebesroman-Leser. Fantasy zeichnet sich eben durch die Geschichte, die im besten Fall nur in einer Fantasy-Welt möglich wäre und ihrem Setting aus. Wenn die Geschichte in ihrer Rohfassung fertig ist, lese ich sie einmal durch und arbeite die Notizen durch und füge ein, lösche, was auch immer mir auffällt.

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Und genau das ist der große Unterschied zwischen meinem dritten Roman und Lyr: In Lyr passte ich die Geschichte dem Szenario an. In meinem dritten Roman passe ich das Setting der Story an. Und das ist auch gut so! Der erste Roman der Fantasy-Reihe wird ein Setting präsentieren. Der zweite muss sich dem dann nich tbeugen, sondern »nur« nicht wiedersprechen und bietet auch neue Möglichkeiten an, mehr Details zum Universum einzubauen.